Routinekontrollen und Prozessüberwachung im RDG bzw. "Thermodesinfektor"

Heute widmen wir uns mal den maschinellen Reinigungsprozessen in der Instrumentenaufbereitung...

Viele Anwender glauben, dass die Instrumente schon sauber aus dem RDG kommen werden. Die Maschine wird schon merken, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
Ein häufig verbreiteter Trugschluß.
 
Fakt ist... moderne Geräte zeichnen z.B. den korrekten Programmablauf auf. Dies beinhaltet u.a. die Zeiten der einzelnen Programmschritte sowie die dazugehörigen Temperaturen. Über eine Uhr sowie ein Thermometer verfügen die Geräte in aller Regel. Die meisten Maschinen können einige der wichtigsten Parameter allerdings nicht überwachen, das Reinigungsmittel sowie die Wasserqualität (auch bekannt als "Chemie" im Sinner'schen Kreis).
 
"Aber es ist doch alles validiert!"
Ja, am Tag der Validierung war alles in Ordnung. Das heisst aber nicht, dass es einige Wochen später immer noch so ist.
Nicht umsonst setzt der Begriff "Validierung" einen "wirksamen" und "reproduzierbaren" Prozess voraus. So sagt es auch die MPBetreibV im § 8.2 und verweist auf die RKI.
Um einen reproduzierbaren Prozess zu gewähleisten, sind Routinekontrollen erforderlich. Sicherlich kann man visuell beurteilen ob ein Spiegel oder eine Sonde augenscheinlich "sauber" ist, aber eben nicht z.B. einen Dental-Sauger. In den kann man bekanntlich nicht hineinschauen.
 
Aus diesem Grund wird in der RKI-Empfehlung von 10/2012 unter "chargenbezogenen Prüfungen" die Verwendung eines Reinigungsindikators bei kritisch-B erwähnt.
Kritisch-B heisst, ein Instrument kommt mit Blut in Berührung und/oder es hat Lumen, also Hohlräume.
 
Ein Reinigungsindikator, korrekterweise "Reinigungsprozessüberwachungsindikator" (im folgenden auch RPI), ist eine Testanschmutzung, die nach einem erfolgreichen Reinigungsprozess abgewaschen sein soll.
Es gibt zahlreiche Prozessindikatoren am Markt, aber unmöglich einen der alle glücklich macht. So gibt es verschiedenste Anwendungen, z.B. Dental, Ophthalmologie, Gynäkologie,... Das kann unmöglich ein Indikator abdecken, verwendet man ja auch verschiedene Reiniger für verschiedene Anschmutzungen auf den Instrumenten.
 
Damit ein Prozessindikator sinnvoll eingesetzt wird, sollte er so schwer wie möglich abzuwaschen sein. Denn erst wenn der Indikator "nachweislich" zum Ende des Hauptreinigungsschrittes abgewaschen wird, kann er frühzeitig Prozessstörungen aufdecken. Sollte er wesentlich früher abgewaschen werden, könnte er bei einer Prozessstörung u.U. bereits sauber sein und würde den Fehler nicht mehr anzeigen.
 
Häufige Prozessfehler sind z.B. veränderte Wasserqualität (auch in der Vorspülung, oder kein VE-Wasser) und insbesondere ein falscher oder "defekter" Reiniger bzw. nicht ausreichende Dosierung. 
Dies können RDG's in der Regel nicht eigenständig überwachen, da sie nicht "sehen" können, was aus dem Wasserhahn bzw. dem Dosierschlauch kommt. 
 
Wir konnten in der Vergangenheit immer wieder eklatanteste Prozessfehler aufdecken, die ohne einen korrekt ausgewählten RPI nicht hätten erkannt werden können.
So wurde z.B. in einer Praxis über einen längeren Zeitraum ein RDG betrieben, ohne auch nur einen Tropfen Reiniger zu verbrauchen. Trotz kurz vorheriger Wartung und Validierung hat dies die Maschine nicht "gemerkt". Der korrekt ausgewählte Prozessindikator schlug an und wurde nicht mehr abgewaschen.
 
Aus solchen Gründen sollte man einen RPI durchaus in jeder Charge mitfahren.
Doch welchen Indikator sollte man verwenden?
Diese Frage beantworten wir gerne mit Ihnen zusammen vor Ort, in dem wir das gemeinsam erarbeiten. Von unserer Seite aus völlig kostenlos und unverbindlich.